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Angehörige

Das Recht auf Selbstbestimmung


Niemand ist frei, der über sich selbst nicht Herr ist. (Matthias Claudius)

Neues Erwachsenenschutzrecht
Am 1. Januar 2013 trat das neue Erwachsenenschutzrecht in Kraft. Es fördert unter anderem das Selbstbestimmungsrecht von Patientinnen und Patienten. Auch organisatorisch ändert sich punkto Behörden einiges. Zuständig sind neu spezialisierte fachübergreifende Behörden statt politisch gewählte Gremien. Diese Fachbehörden übernehmen die Aufgaben der bisherigen Vormundschaftsämter. Die Fachbehörde für die Gemeinde Horw ist die KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden Kanton Luzern) www.kesb-lu.ch.

Urteilsfähigkeit
(Art.16ZGB)
Im Zusammenhang mit demenziellen Erkrankungen spielt die Urteilsfähigkeit eine wichtige Rolle. Urteilsfähig ist, wer „vernunftgemäss“ handeln kann. Das heisst: Eine Person versteht dank ihres Intellekts, worum es geht, und begreift die Tragweite und die Konsequenzen des eigenen Handelns. Menschen mit Demenz verlieren über kurz oder lang ihre Urteilsfähigkeit. Ärztinnen und Ärzte können mit entsprechenden Tests feststellen, ob die Urteilsfähigkeit noch gegeben ist oder nicht.

Besser ist es für alle Beteiligten, gar nicht erst zum „Streitpunkt Urteils(un)fähigkeit“ zu gelangen. Mit rechtzeitig getroffenen vorsorglichen Massnahmen können alle Menschen in der Schweiz ihren Willen festhalten und bestimmen, was geschehen soll, wenn sie nicht mehr entscheiden können.

Vorsorgeauftrag
(Art. 360 ff.ZGB)
Mit einem Vorsorgeauftrag kann bestimmt werden, wer die betroffene Person rechtsgültig vertritt, wenn diese nicht mehr urteilsfähig ist. Das kann von grosser Bedeutung sein, beispielsweise in finanziellen Belangen (bei Bankgeschäften) und beim Abschluss oder beim Kündigen von Verträgen. Die Erteilung eines Vorsorgeauftrags ist eine rechtliche Absicherung und beruhigt Betroffene. Sie wissen, dass jemand da ist, der für sie handeln kann, wenn der Verlust der geistigen Fähigkeiten voranschreitet.

In einem Vorsorgeauftrag wird festgelegt, wer für welche Angelegenheiten als Vertreterin oder Vertreter vorgesehen wird. Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

  • Umfassende Vertretung für sämtliche persönlichen und finanziellen Angelegenheiten.
  • Beschränkung der Vertretung auf bestimmte Angelegenheiten.
  • Als Vertreterin/Vertreter kommen eine einzige oder mehrere Personen in Frage.
  • Der Vorsorgeauftrag muss handschriftlich formuliert sein.

Patientenverfügung
(Art.370 ff.ZGB)
In einer Patientenverfügung kann festgeschrieben werden, welche medizinische und pflegerische Betreuung gewünscht oder abgelehnt wird. Es kann auch eine Vertrauensperson bezeichnet werden, die befugt ist, Entscheidungen zu treffen. Eine Patientenverfügung kommt zum Tragen, wenn die oder der Erkrankte nicht mehr selber über medizinische Massnahmen entscheiden kann. Die Patientenverfügung ist eine zentrale Form der Selbstbestimmung. Im neuen Erwachsenenschutzrecht erhält die Patientenverfügung entsprechendes Gewicht. Neu sind für die ganze Schweiz einheitliche Anforderungen festgelegt worden. Bis anhin fehlte eine entsprechende Gesetzgebung auf eidgenössischer Ebene.

Patientenverfügungen sind für Ärztinnen und Ärzte sowie für das Pflegepersonal verbindlich. Sie sind verpflichtet, die darin geäusserten Wünsche zu respektieren. Deshalb ist es wichtig, dass die Hausärztin oder der Hausarzt sowie Angehörige und Vertrauenspersonen von der Patientenverfügung wissen (Kopien hinterlegen). Mit dem neuen Erwachsenenschutzrecht wird ermöglicht, dass auf der Versichertenkarte ein Eintrag gemacht werden kann, der auf die Patientenverfügung und auf den Ort der Hinterlegung hinweist.

Wohnen und Leben in einer Altersinstitution

Quelle: "Diagnose Demenz – Ratgeber für Betroffene und Angehörige", Herausgeber: Schweizerische Alzheimervereinigung Luzern